Das BANG-BANG Problem

geschrieben von padawan am 9. April 2014
Kategorie: Allgemein


Ich würde mich als ein ziemlich friedfertiger Mensch bezeichnen. Auch wenn ich von Waffen fasziniert bin, so finde ich die strengen Waffengesetze in Deutschland sehr sehr gut. Auch wenn sie nicht viel bringen, weil es doch Millionen illegale Waffen in Deutschland gibt. Aber das ist nicht so schlimm wie in den USA. Dort hat jedes Kind – Betonung auf Kind – eine Waffe und weiß damit umzugehen. Das Argument „Ich brauche eine Waffe um mich zu verteidigen“ zieht nur solange wie die Waffe auch nur zum verteidigen eingesetzt wird. Leider werden mit den Waffen auch oft unschuldige getötet. Der Nachbar geht mir auf die Nerven? Dann baller ich ihn eben über den Haufen. In Deutschland muss da „die Fresse polieren“ reichen. Oder man nimmt ein Messer…
Viele Waffenbesitzer erschießen sich beim Waffe reinigen. Weil die Waffe vorher entladen wohl uncool ist.
Ich finde kein Mensch braucht eine Waffe. Wenn ich ausgeraubt werde, dann ist das eben so. Dann ist das Geld weg, aber ich bin im Normalfall am Leben. Sobald ich die Waffe ziehe kommt es zu einer Schießerei. 50/50 Chance erschossen zu werden – sofern man das Glück hat sie überhaupt ziehen zu können. Und wenn ein Typ mit Pistole im Anschlag vor mir steht, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit das man sein Waffe bereits in den Händen hält?
Im Fall einen Einbruchs bei Nacht ist eine Waffe zwar beruhigend, aber meiner Meinung nach Nutzlos. Der Einbrecher muss gewarnt werden. „Hallo? Ist da wer? Hallo? Sind sie ein Einbrecher?“ Bäng! Ja, das war wohl einer…
Oder im anderen Fall, wo der Bewohner aus lauter Angst erst schießt und dann fragt, dabei aber sein eigenes Kind über den Jordan schickt, weil das dachte es könnten sich Nachts nach der Party leise ins Haus schleichen.
Waffen sind super, aber nicht außerhalb von Ego-Shooter oder Schießhallen. Ein Film wo viel geschossen wird schaue ich mir gerne an, aber nur weil ich weiß das dabei kein echter Mensch wegen 10 Dollar sterben muss.
Gerade eben habe ich in „Welt der Wunder“ gelesen das amerikanische Polizisten gerne mal panisch Verdächtige erschießen, weil sie sich bedroht fühlen. Dabei wurde ein Teenager genannt, der vor einer Verkehrskontrolle mit dem Auto flüchten wollte und dann zu Fuß weiter geflohen ist. Die Polizisten haben ihn mit 30 Schüssen vor dem Weglaufen abgehalten. Sie wurden freigesprochen.
Stellt euch das mal vor: Jeder hat eine Waffe bei sich und kann sie benutzen. Und stellt euch vor ihr seit Polizist und müsst so eine Nachts im Dunkeln fragen ob er euch mal kurz seinen Führerschein zeigt – den er vielleicht gar nicht hat. Also da würde selbst ich zuerst schießen und dann nachfragen bzw. in seinen Taschen nachschauen.
Was die Amis nicht begreifen ist: Waffen geben einem keinen Schutz. Waffen sind zum töten da. Also ich würde mich in einem Land wie den USA nicht sicher fühlen – egal wie viel Waffen es dort zu kaufen gibt.

Einen Tag später: Ich habe den Artikel noch etwas weiter gelesen. Dort steht – indirekt – das man sich vor der Amerikanischen Polizei (vermutlich nur in den heißen Zonen wie LA und Miami) hüten soll! Es gibt klare Anweisungen beim Umgang mit der POLIZEI. Bei Verkehrskontrollen ja nicht aussteigen! Hände auf das Lenkrad und nur antworten und irgendwie rühren wenn man die Anweisung dazu bekommt. Immer den Polizisten vorher warnen, bevor man in die Tasche greift. Anweisungen immer ohne zögern befolgen. Selbstverständlich den Polizisten weder anrühren, noch in die Augen schauen! Und klar und deutlich dem Polizisten seinen Namen und sein Begehr zurufen, bevor man an ihn ran tritt. Das ist kein Scherz. Diese Anweisungen gibt es wirklich! Außer die mit den in die Augen schauen und das zurufen des Namens. Aber es ist wirklich so: Wenn ein Polizist sich bedroht fühlt (subjektiv) darf er einen erschießen. Sogar ohne Vorwarnung. Ist per Gesetz so vorgesehen in den USA.
Eine Geschichte aus dem Artikel: Ein Mann hat einen Unfall und ist schwer verletzt. Er rollt sich aus dem Auto und schleppt sich zum nächsten Haus. Dort klopft er und ruft um Hilfe. Die Dame die dort wohnt, denkt es will jemand bei ihr einbrechen und sie ausrauben/vergewaltigen/ermorden. Sie ruft die Cops. Die Cops kommen und sehen den Mann, der denkt es kommt Hilfe für ihn, auf sich zu laufen. Sie erschießen ihn.


2 Kommentare zu “ Das BANG-BANG Problem ”

  1. Ole sagt:

    Diese Amis essen allerdings auch ihre Erstgeborenen, schlagen ihre Frauen und verbrennen Hexen.

    … guns don’t kill people, people do …

    Schau dir mal die Mordrate von Washington D.C. vor 1977 und kurz danach an zB.

    Vergleich mal New Hampshire mit Maryland.

    Vergleiche England vor 1996 und danach

    Vergleiche mal, womit Attentate in Israel vor und nach 1972 begangen werden.

    PADAWAN: OK Ok, ich weiß was Du sagen willst: Nur weil man die Waffen verbietet, dann werden deshalb nicht weniger Straftaten begangen. Die Ergebnisse aus den Beispielen die Du genannt hast sind mir neu. Allerdings muss man der Sache schon sein Zeit lassen. Momentan sind Millionen Waffen in den USA im Umlauf. Ein Befreien von den Waffen braucht Jahre, nein Jahrzehnte bis es umgesetzt ist. Du hast aber recht: Gewalttätige Menschen werden nicht plötzlich friedlich, nur weil sie keine Waffen mehr haben. Aber die Waffen zu verbieten ist auf jeden Fall eine gute Sache – meiner Meinung nach.
    Und zu deinem ersten Satz – Amis essen Kinder: Du willst sagen, ich übertreibe die Kritik an den USA? Jedes Land, unseres ebenfalls, hat so seine merkwürdigen Eigenarten. Nicht das die immer schlecht sein müssen, aber sie sind oft Anlass zur Kritik. Die Waffengesetze der USA stammen meines Wissens aus einer Zeit in der jeder sich selbst verteidigen können musste – gegen Mensch UND Tier. Das ist längst überholt. Wir haben Polizei, Militär und kaum noch freilaufendes Getier. Warum brauche ich eine Pistole oder ein Gewehr? Wenn ich jemanden über den Haufen schieße, weil er ungefragt meinen Grund und Boden betritt, ist das nicht etwas überzogen? „…Guns don´t kill people, people do…“ Stimmt! Nimand behauptet was anderes. Aber ohne Waffe kann man niemanden erschießen. Wie gesagt: Ich bin fasziniert von Waffen. Aber haben muss ich deshalb noch lange keine.

  2. Ole sagt:

    Du hast Recht, staatlichen Eingriffen muss man immer ihre Zeit lassen. (Haha, Witz :p)

    Nein, seh es mal anders herum, es gibt ja auch Beispiele, in denen das Waffengesetz „gelockert“ wurde und danach die Raten sofort zurück gingen. Wie gesagt: Attentate in Israel vor 1972 hauptsächlich mit Schusswaffen, danach hat man sich andere Methoden suchen müssen.

    Es gibt da auch diese Geschichte mit dem Kaufhaus in Tel Aviv, in der ein paar Omis alle Attentäter töten, einen schwer verletzten, bevor es zu einem noch größerem Blutbad gekommen wäre.

    Deiner Meinung nach eine gute Sache, ich kann deine Meinung durch aus ein Stück weit nachvollziehen, immer hin hatte ich diese früher auch einmal. Du sagst, heute gibt es Polizei und Militär – wozu muss ich mich noch selbst verteidigen können. Zum ersten: eventuell genau gegen diese, es gibt da diverse aktuelle Beispiele aus der heutigen Zeit, ob das nun für Deutschland realistische Szenarien sind oder nicht. Der 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten wurde eben genau aus diesem Grund verabschiedet.

    Allerdings mal davon abgesehen, die Polizei beschützt mich sehr selten. Ich würde mal behaupten, ich bin im Jahr weniger als 24 Stunden von Polizisten umgeben. Wie sollten sie mich beschützen, wenn sie nicht präsent sind?
    Ich wurde einmal in meinem Leben mit einer echten Waffe konfrontiert – welch Wunder, die Polizei war nicht da (es war übrigens in Deutschland). Die Person war relativ durchgeknallt, hatte unter anderem behauptet, er wäre in der sechsten Generation der RAF.
    Dies fanden wir (3 15-jährige) anfangs auch recht lustig. Spinner sind immer lustig! Da wir vermutlich nicht so reagierten, wir er es sich erhoffte, ging er zu seinem Auto und holte eine Pistole um seine Geschichte zu untermauern.
    Um einen Cliffhanger zu vermeiden, ich lebe heute noch.

    Kurze Geschichte kürzer: Kriminelle halten sich nicht an Gesetze – auch nicht an Waffengesetze. Denn genau dies macht einen Kriminellen aus. Würden sich alle Menschen an Gesetze halten, würde es auch reichen, das Töten von Menschen zu verbieten und wir könnten Waffen erlauben, denn es ist ja verboten, Menschen zu töten.

    Nach dieser Situation dachte ich mir auch, wie kann das sein, man muss doch verbieten, dass so jemand eine Waffe besitzen darf. Heute denke ich mir, wäre doch nur jemand mit gesundem Menschenverstand und einer Waffe daneben gestanden. Allerdings halten sich solche Menschen eben meist an die Gesetze.

    Ja, du hast es richtig erkannt. Diese übertriebene Kritik an den USA, in denen immer wieder irgendwelche Einzelfälle, die manchmal gar nicht so stattgefunden haben, von unseren Medien aber dauerpropagiert werden, aufgegriffen werden, gehen mir mittlerweile extrem auf den Sack.

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