Vom Padawan der zwielichtigen Macht!

MFF -Manowar-Fans, Forever

Januar 25th, 2010 by Padawan

Es ist Freitag-Abend, die acht ist kühl. Ich mach mich auf den Weg zu Ulli. Die ganze Fahrt über überlege ich wie der Abend wohl sein, wird mit Manowar und Ulli.
Ich habe mich Metal-like gestylt und sehe dementsprechend sexy aus – so fühle ich mich auch. Und während mein Auto über die Autobahn rollt, stelle ich mir vor wie ich in meinem sexy Outfit im Manowar-Konzert sitze und Headbange – und Ulli sitzt neben mir.
Ich komme bei Ulli an und klingle. Es öffnet jemand und ich darf die heiligen Vierwände von Ulli betretten. Sie bietet mir einen Kaffee an und ich nehme das Angebot an, weil wir eh zu früh dran sind. Beim Kaffee unterhalten wir uns etwas. Was machst du so? Wie geht´s “A”? Und was macht “B”? Und so weiter.
Nachdem der Kaffee zu ende getrunken wurde, machen wir uns auf den Weg. Unterwegs erzählt sie mir einiges über ihr Leben und mir kommen fast die Tränen – teilweise vor lachen, teilweise weil es traurig ist (ihr langjähriger Freund ist vor 6 Monaten gestorben).
Ich lasse mich von meinem Billig-Navigationsgerät zur Arena in Ludwigsburg leiten und bin dann auf der Suche nach einem Parkplatz. Nach dem das Auto verstaut ist, laufen wird die restlichen 200 Meter zur Halle zu Fuß. Sie nutzt die Gunst der Stunde und raucht eine Zigarette. Eigendlich mag ich keine Frauen die Zigarette rauchen – es hat so was Nuttiges – aber bei ihr errinnert es mich mehr an Oral-Verkehr – irgendwie.
Vor der Halle stehen 500 Hartcore-Metal-Fans. Einige haben Nieten an Lederjacken, andere einfach nur ein T-Shirt an. Ich entdecke etwa 50 Frauen die natürlich alle in schwarz gekleidet sind. Eine davon gehört für diesen Abend zu mir.
In der Menge von Fans bemerke ich irgendwann einen Kreis aus Menschen. Und in diesem Kreis knien Sanitäter über einen am Boden liegenden Mann. Anscheinend hat es jemand umgehauen – vielleicht vor aufregung weil er gleich MANOWAR sehen darf. Vieleicht auch nur wegen Alkohol oder Insulinmagels. Keine Ahnung, man erfährt es nicht. ich denke mir kurz “auch scheiße eine Karte für Manowar für 66€ zu kaufen und dann VOR dem Konzert abzunipperl anstatt danach oder währenddessen.
Wir dürfen rein.
Ich kaufe uns noch schnell zwei Päckchen mit Ohrenstöpseln, weil Manowar mal den Ruf hatte, die lauteste Band der Welt zu sein. Die Ohrenstöpsel werden wir noch brauchen…
Er mal einen kurzen Rundgang durch die Halle, Poster der kommenden Kozerte anschauen, dann zu T-Shirt-Shop laufen, sich über die astronomischen Preise ärgern und schliesslich suchen wird den Eingang zu unseren Sitzplätzen.
E2, Reihe 15, 10+11, ah, da sind sie ja.
Kaum sitzen wir, ertönen auch schon die ersten Noten. Metalforce hat voll rein und Ulli neben mir sieht etwas schockiert aus. Ich glaube sie dachte das Metal etwas ruhiger ist. Ist anscheinend ihr erstes Konzert, sagt sie zumindest.
Metalforce spielen knapp eine Stunde und verlassen völlig erledigt die Bühne und das glücklich-angeheizte Publikum.
Zwanzig Minuten Pause. Umbau. Ein Knom mit amerikanischem Slang quatscht kurz mal was ins Mikro und alle schreien “YEAH!!!!”. Nochmal was und dann alle noch “YEAH!!!!”
Dann kommen Holyhell. Ich freue mich, weil Holyhell eine richtig heiße Sängerin hat. Sie legen voll los und machen nach zwei Songs das Licht aus und verschwinden. Kein Plan was los ist, aber plötzlich geht das Licht wieder an. Aber Holyhell fehlt auf der Bühne. Das ist die erste Panne bei diesem Konzert. Gute 30 Minuten geht garnichts mehr und alle in der Halle werden langsam etwas ungemütlich. Zeit um mich weiter mit Ulli zu unterhalten, so vergeht die Zeit etwas schneller.
Irgendwann tauscht der Knom wieder auf und schreit was ins Mikro, worauf alle klatschen.
10 Minuten später kommen Holyhell wieder und spielen noch eine ganze Stunde. Und was für eine geil Stunde das war! Die haben gerockt was das Zeugs hält. Dann verlassen sie die Bühne und mir klingel schon etwas die Ohren. Ulli muß auf´s Klo und ich will was saufen, ein Bier muß sein bei einem Metal-Konzert. Zumindest Eins!
Aber für das Bier muß man erst mal eine Ewigkeit anstehen. Und als ich dann an der Reihe bin, gibt es kein Bier mehr! Nicht mal mehr Weizen oder sonstwas Bierartiges. Was für eine Pleite! Auf einem Metal-Konzert geht das Bier aus. Sowas ist auch schon auf dem Sonisfer-Festival passiert. kaufen die den nicht genug Bier ein, oder was ist los? Wie kann das Bier jetzt schon alle sein? Noch VOR Manowar! Also wirklich…
Ich habe eine Cola für mich und einen Weißwein für meine Ulli gekauft. Wir sitzen wieder, wollen uns gerade noch etwas unterhalten, werden aber auch schon von MANOWAR übertönt.
Manowar macht keine Halben Sachen. Die machen keine Gefangenen. Sie legen gleich mit full Speed los und brennen die Hütte nieder. Zwei Songs am Stück ohne lange rumzumährn. Dann kurz ein “Hello Germany!” und gejubel unsererseits. Ein paar englische Wort, etwas Yeah! und MANOWAR!!! geschreie und schon kommen die nächsten Songs. Alle rocken und die Meute bebt. Wir, ich und Ulli sitzen etwas Links der Bühne und haben einen guten Blick auf die Stage. Dort wird gerade der Grund geliefert warum Heavy Metal einfach das beste ist was es gibt auf der Welt – außer dem einen natürlich ;-)
Irgendwann ist der Sänger durstig, der Schlagzeuger müde und der Gitarrist braucht was für die Nase, also macht der bassist seine Solo-Show. Er lässt das Bass kreischen und jammern und beeindruckt damit nicht nur mich. Allerdings ist das nichts für meine empfindlichen Öhrchen, also stopfe ich mir die Ohrstöpsen in die Gehörgänge. Das Solo dauert 10 Minuten gefolgt von einer Rede warum Manowar-Fans die besten Fans der Welt sind. Dann wird weiter gerockt. Wer jetzt noch nicht überzeugt ist das Manowar die 66€ wert sind, der erfährt es jetzt. Es glüht die Luft.
Aber alle hat mal ein Ende, auch dieses Konzert. Nach fast genau zwei Stunden voller harder Metal-Klänge verlassen die Band die Bühne und das Saallicht geht an.
Zum Abschluss, während die meisten schon den Saal verlassen, wird noch ein Lied von MANOWAR von Band gespielt – eine Hymne oder Overtüre oder sowas. Wir, Ulli und ich, hören es uns noch sitzend an, dann stehen wir auf und gehen raus.
Kurz pinkeln, dann das Auto suchen. Leider steht das Auto nicht mehr dort wo ich es abgestellt habe. Bzw. ich weiß nicht mehr genau wo ich es abgestellt habe. Aber irgendwann findet es uns und wir besteigen es um es zu Ulli nach Hause zu lenken.
Ulli fragt mich, ob ich noch Lust auf einen Kaffee hätte und ich denke sofort “JA! Jackpot! Jetzt gibt es SEX. Hoffendlich bläst die Gut” Aber mit Kaffee meinte die wirklich Kaffee. Ist aber auch nicht schlimm gewesen, weil ich Ulli einfach zu sehr respektiere um sie bei einem Onestand oder so zu verbraten. Außerdem währe Ulli keine ganz einfache Bekanntschaft und somit ist es vielleicht besser so.
Wir unterhalten uns, ich trinke Kaffee, sie Tee und nach zwei Stunden gehe ich müde aber glücklich nach Hause.
Das war nicht mein letztes Heavy-Metal-Konzert auf das ich gehe – vielleicht sogar nicht mal das letzte mit Ulli. Ich kann euch MANOWAR nur empfehlen.

Abschliessend nochmals Danke an Albrecht,Laura,Klausi,Lars,Romina und Julchen (dem Alter nach) die mir dieses wundervolle Erlebniss zum Geburtstag geschenkt haben. Das ist schon das zweite Lebensverändernde Erlebniss dieser Art.
Danke ihr lieben.

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