Ich bin ein Cineast.
Bevor ihr jetzt annehmt das sein Anhänger einer Sexuellen Praktik, erkläre ich euch mal eben den Begriff. Also ich schaue gerne Kinofilme. Eigendlich alle Art von Filme.
Und neulich habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn “Sex and the City – Der Film” von Rapidshare ausgeliehen. Und wer es nicht weiß: der Film ist für Frauen gemacht. Ich glaube es wurde garnicht erwartet das überhaupt je ein Mann auf die Idee kommen würde diesen Film anschauen zu wollen. Höchstens weil er während des Filmes an seiner Alten rumschrauben will.
Also die Serie, soweit ich sie in erinnerung hatte, war garnicht mal so schlecht. Viel Sex, nackte Haut und hübsche Weiber. Etwas Gezicke und getrasche konnte man ertragen. Und er Eine oder Andere witzige Spruch war auch dabei.
Der Film allerdings ist wie eine groß kräftige Ohrfeige für die Männerwelt. In dem Film kommt der Mann als Ganzes schlecht weg. Wenn ihr also schwul seit oder weiblich – oder ihr euch gerne selber quält – dann könnt ihr euch den Film rein ziehen. Ansonsten bleibt lieber bei Rambo, Transporter und Co. Und geniest die “richtigen” Pornos wenn ihr Titten sehen wollt.
Ein Beispiel:
Miranda, die Rothaarige Anwältin, ist von der Anwalts-Arbeit, dem Kinderwickeln, dem ständigen “Cosmopolitan” saufen und den leidigen Gesprächen mit ihrem Mann so gestresst das sie kaum noch Zeit hat um mit ihm zu schlafen. Doch ist Sex ja eigendlich das Hauptthema in “Sex and the City”. Gleich neben Mode und Schuhe. Also kann das so nicht bleiben. Ihr Mann, der gutmütige und liebe Steve, will endlich mal wieder die gute Miranda herpudern. Er, gerade so an in ihr rumstochern und in fahrkommen, schlägt einen Stellungswechsel vor. Sie antwortet: “Ach was. Jetzt mach endlich. Werde fertig. Ich will schlafen!”. Er ist schockiert, rollt sich runder, mault noch etwas und schläft dann etwas sauer ein. Typisch Mann – kein Verständniss für die Nöte und bedürfnisse der Frau. Ignoranten, alles!
Ein paar Szenen später: Sie sortiert ihre Akten. Er setzt sich zu ihr und sagt: “Ich habe mit einer anderen Frau geschlafen. Es tut mir leid. Es ist einfach so passiert.” Und sie schreit, von wegen Arschloch und so und schmeißt ihr raus. Der Rest des Filmes ist Steve der Fremdgänger der seine Frau betrogen hat. Männer eben – immer nur das eine im Schädl: SEX!
Eine anderes Beispiel:
Samatha, die immergeile PR-Beraterin, ist glücklich mit einem jungen Schauspieler zusammen. Sie ist 50jahre alt, er ist ca. 25. Sie ist immer geil, er ist immer geil. Und wenn er nicht gerade einen Film dreht oder sie gerade wieder kurz mal auf einen Consmopolitan in NY ist (Sie lebt jetzt in LA am Strand), dann ficken sie eigendlich ständig nur. Eine perfekte Beziehung für eine Frau, sollte man meinen. Sex, Geld, Prestige und ein riesiges Haus am Strand. Er macht alles für sie und ist immer für sie da (wenn er nicht gerade einen Film dreht). Er hört ihr zu, tröstet sie und fick sie besinnungslos und sie verlässt ihr am Schluß. Warum? Keine Ahnung. Dazu bin ich als Mann wohl zu unsensibel. Irgendwas von eingesperrt sein und nicht Glücklich genug sein, oder so…
Eine weiteres Beispiel:
Carry, Frontfrau von “Sex and the City” und Kolumnistin, will heiraten. Mr. Big, ihr Verlobter will das erst nicht, aber weil sie es will, lässt er sich darauf ein. Erst wird mal eine gemeinsame Wohnung gekauft. Die alte überteuerte Wohnung behält Carry aber weiterhin, weil sie sich nicht sicher ist ob das auch klappt mit dem Zusammen ziehen und so. Wenn das allerings mal ein Mann machen würde, dann würde man ihm sofort vorwerfen, das er sich der Bezihung nicht sicher ist und er sie nicht wirklich liebt. Aber das gilt nur für Männer, Frauen sind da nur vorrausschauend.
Es sollte ursprünglich eine normale Wohnung werden – NY ist auch wahnsinnig teuer was Wohnungen angeht. Aber keine ist gut genug – das entscheidet selbstverständlich Carry, wer auch sonst. Irgendwann besichtigen sie aus Zufall eine riesige Penthousewohnung in der locker eine Armee platz hätte und die jenseits aller finaziellen Vorstellungen liegt. Aber Carry gefällt sie, also ist sie gekauft (oder gemietet? Wurscht!).
Leider hat Carry 5000 Paar Schuhe und in den Schrank passen nur 150 Paar. Aber Mr.Big verspricht abhilfe zu schaffen. Er baut ein ZIMMMER (!) das so groß ist wie das Taj Mahal mit Beleuchtung, Klimaanlage und Roomservice für die Schuhe von Carry. Carry freut sich. Der Zuschauer freut sich. Mr. Big freut sich das Carry sich freut. Und der Zuschauer freut sich das sich Mr. Big freut das sich Carry freut. Und das freut wiederum den Zuschauer. Und so weiter.
Mal abgesehen davon das das alles völliger Blödsinn ist und sowas von teuer und unnutz, ist es auch so wahnsinnig schnulzig das mir übel wurde.
Etwas später, die Nacht vor dem großen Tag. Es soll geheirat werden und Carry feiert schon mal vor. Mr. Big muß abeiten und kann nicht feiern. Wozu auch? Männer gehen eh nur in Stripclubs und lecken Spirituosen von weiblichen Brüsten – und das will keine Frau in einem Film sehen. Carry feiert währenddessen mit – wer häte das gedacht – Cosmopolitan und ihren drei Freundinnen.
Ursprünglich sollten 20 Leute kommen – Familie und Freunde (ihrerseits natürlich. Männer haben keine Freund sondern nur Saufpartner). Aber das war absourt! Dann wurden es schnell 50. Und zum Schluß pendelte es sich beim engst Kreis mit 250 Leuten ein.
Mr. Big war schon mal verheiratet. Er hat bammel das das diesmal auch wieder schief geht und ruft sie am Tag zuvor an. Er sagt, er habe Bedenken und wisse nicht ob er es schaffe das durch zu ziehen. Sie sagt, er solle sich mal nichtso haben und sie würden über sei Bedenken nach der Hochzeit reden. Am Tag der Hochzeit ist er pünktlich, sie nicht. Er kann nicht alleine in die Kirche gehen und wartet im Auto. Er ruft sie an und spricht auf die Mailbox. Er sagt, er könne nicht alleine in die Kirche gehen und fragt wo sie sei. Er brauche sie. Jetzt.
Dann befiehlt er in Panik seinem Chauveur loszufahren. Irgendwann trifft Carry an der Kirche ein und vermisst Mr.Big. Mr. Big sitzt im Auto und ruft Carry nochmals an. Carry hat aber ihr Telefon nicht be sich und beginnt zu heulen, weil sie nun denkt, er habe sie sitzen lassen – was er irgendwie auch hat. Aber genau in diesem Moment besinnt sich Mr.Big und befiehlt seinem Chauveur umzudrehen. Sie fahren zurück und begegnen unterwegs Carry in dessen Limosine. Beide halten. Beide steigen aus. Sie laufen wie bei einem Happyend auf einander zu und er sagt noch wie es ihm leid täte das er in Panik geraten sei und so… und sie schlägt ihm ihren Blumenstrauß um die Ohren und dampft wieder ab.
Mr.Big wurde nicht verstanden und sitzen gelassen, war aber eindeutig Schuld an dieser Missäre. Wie konnte er sie nur so blamieren? Zweifel zu haben, sich etwas einfach mal anderst zu überlegen, den Anderen zu blamieren, sowas dürfen nur Frauen machen! Zumindest in diesem Film.
Aber das war noch nicht alles! Was nun folgte war das dümmst was je gesehen habe. Der Rest des Films (100 Minuten) ging sie ihm aus dem Weg und ignorierte seine Nachrichten, weil er sie ja so schändlich beleidigt hatte mit seiner Panik. Sie gab ihm keine Chance. Nicht eine. Anrufe, Mails, Besuche. Nicht fruchtete bei Carry. Mr.Big versuchte es über die Freundinnen und erklärte denen was vorgefallen war. Doch die Freundinnen von Carry sind auch nur Frauen und für die Komplexität der Situation wohl zu doof, also brachte das auch nichts. 100 minuten lang herschte Streit und Krieg zwischen Carry und Mr.Big. Und kurz bevor der Abspann anlief, fand Carry einen Brief in ihrer Post. Ein Brief von Mr.Big. Hierzu muß am erwähnen, das Carry sich eine Assistentin zugelegt hatte, die das öffnen und sortieren von Briefen und Mails übernommen hatte. Nun war dieser Assistentin weg und Carry bekam wieder ihre eigene Post zum öffnen. Der erste Brief seit fast einem Jahr von Mr.Big! So ein Arsch! Warum hat er nicht vorher schon versucht sie zu kontaktieren? Kein einziger Brief! Keine Nachricht hat sie erreicht! Nichts! Männer eben!
Und liest den Brief. Und er war schön geschrieben, der Brief. Also beschwert sie sich bei ihrer ehemaligen Assistentin das dieser blöde Mr.Big erst jetzt ihr schreiben würde. Und die sagt dann, warum jetzt erst? Seit einem Jahr – fast täglich. Sie soll doch mal in die Schublade schauen. Und dann in das Postfach mit der Beschriftung “Unerwünscht” (oder so ähnlich). Und erst da begriff Carry das nicht er sie, sondern sie ihn verlassen hat. Das ist natürlich meine Erkenntniss. Im Film hieß es einfach “Er hat es wohl nicht verbissen genug versucht” oder so ähnlich.
Wenn wir Männer in Echt solche Menschen währen wie in “Sex and the City – Der Film”, dann währe die Welt um einiges Besser, glaubt mir. Solche gedultigen, führsorglichen und charmanten Menschen gibt es nicht. Genauso wenig wie immer geile, intelligente und witzige Frauen.
Jetzt braucht ihr den Film nicht mehr anzuschauen. Ich habe die Message wohl ausreichend dargelegt: Männer sind scheiße und Frauen mögen Cosmopolitan und Schuhe, sonst nichts!